Weißt du schon oder glaubst du noch?

 

Gerade habe ich wieder ein tolles Buch eines bekannten Mediums gelesen, der erfolgreich Kontakte zu Verstorbenen herstellt. Viele seiner Erfahrungen über die Gesetzmäßigkeiten im Diesseits und Jenseits decken sich mit den Beschreibungen anderer Bücher unterschiedlicher Autoren. Da muss wohl etwas dran sein und es fühlt sich auch für mich stimmig an.

Trotzdem. Je mehr ich über solche Themen lese, schreibe und nach außen kommuniziere, um so mehr wird mir bewusst, wie individuell die Ansichten darüber sind. Wie überzeugt jeder seine eigene Version verteidigt und wie wenig das zum umfassenden Verständnis beiträgt.

Zwar erkenne ich einen roten Faden, der sich durch alles hindurchzieht. Dennoch habe ich immer das Gefühl, dass da noch etwas im Verborgenen liegt oder die Menschen sich nur auf Teilaspekte konzentrieren.

 

Da gibt es zum Beispiel die Seite, für die alles nur aus Licht und Liebe besteht und bei der wir jetzt schon erleuchtet sind, automatisch irgendwann in Gott eingehen und eigentlich gar keine Verantwortung mehr für etwas übernehmen brauchen. Oder eine andere Partei, die überall nur Schatten und Dunkelheit sieht, lodernde Höllenfeuer, Verschwörung und den Untergang der Menschheit in naher Zukunft.

 

Wie immer liegt die Antwort natürlich in der Mitte. Gleichzeitig werden aus meiner Erfahrung heraus immer nur bestimmte Spots beleuchtet. Weil jeder seine Lieblingsthemen hat und meist nur auf ganz bestimmte Informationen und eine spezifische Ansprache anspringt. Das ist einerseits gut, weil man so tiefes Wissen über einen bestimmten Bereich erlangen kann. Andererseits kann so kein umfassendes Bild der Kosmologie entstehen.

Dazu braucht es auch ursprüngliches, sehr altes Wissen aus den Anfängen unseres Seins. Doch diese Informationen sind kaum mehr verfügbar und mir scheint, auch nicht gerade populär. Kein Wunder. Die Wahrheit und tiefen Geheimnisse unserer Existenz zu begreifen ist schwierig und kann mitunter ganz schön verwirren. Und die moderne New Age Bewegung hat aus den bisher bekannten Ingredienzien einen spritzigen Cocktail gemixt, der uns statt tiefer Einsichten häufig nur ein benebeltes Dauergrinsen beschert. Darüber hinaus werden Menschen es in dieser irdischen Dimension auch nicht allumfassend verstehen können. Dazu sind die Zusammenhänge zu komplex und wir können es mit unseren normalen Sinnen kaum fassen.

Gerade deshalb ist es an der Zeit, die alten Schriften unseres Ursprungs wieder zu öffnen und allen Menschen zugänglich zu machen. Was uns dort erwartet, sind aber selten verklärte Beschreibungen und Bestätigungen, dass wir nur noch die Hände in den Schoß legen brauchen und warten, bis der liebe Gott uns ins Paradies leitet. Ja, wir sind Aspekte des Göttlichen und geistige Wesen, die auf der Erde eine menschliche Erfahrung machen. Doch wir haben uns in den meisten Fällen schon lange abgetrennt vom Schöpfergott und wissen nicht einmal, dass es so ist und wie es dazu gekommen ist.

Dazu braucht es Wissen und Techniken, um wieder zu „Bewusst sein“ zu kommen.
In allen östlichen und spirituellen Traditionen dient Wissen dem Erwachen und sogar der Erlösung (aus dem Rad der Wiedergeburten). Dazu gehören ebenso Informationen und Erfahrungen, die unsere Grenzen strapazieren und weh tun können.

Auch Jesus saß mit seinen Jüngern nicht den ganzen Tag lustig zechend zusammen, um launige Reden zu verfassen. Da ging es oft ans Eingemachte und er hat deutliche Worte gebraucht um den Menschen aufzuzeigen, wo sie stehen. Weil er sie liebt.

Das machen wir mit unseren Kindern doch genauso. Wir lieben unseren Nachwuchs und geben ihnen alles was wir haben, damit sie wachsen und ihren eigenen Weg gehen können. Aber manchmal braucht es auch klare Worte und konsequentes Handeln (keine Gewalt!!!) um sie wieder auf Kurs zu bringen.

Lieben bedeutet nicht, jedes kritische Wort zu vermeiden oder den anderen immer sein Ding machen zu lassen. Es bedeutet auch nicht, sich selbst in einen behaglichen Kokon zu packen, der alle Erschütterungen von außen abwehrt.
Lieben bedeutet, anderen zu helfen, ihre größtmögliche Vision leben zu können. Und sich selbst liebevoll anzunehmen und trotzdem offen für eigene Wachstumsimpulse von außen zu sein. Auch wenn es Wahrheiten sind, die erst einmal nicht so schmecken. Denn nur durch Klarheit, Intuition und Verständnis der zeitlosen Natur des Selbst können wir unbewusste Handlungen, die Leid hervorbringen, überwinden.

Wenn Du also das nächste Mal auf eine Person oder These triffst, die dein Weltbild durcheinander bringt, verzichte erst einmal auf eine Abwehrreaktion. Lass es sacken, hake gerne nach und frage dich, warum da ein Verteidigungsmechanismus anspringt. Dann öffne dich für die Möglichkeit, dass es dabei einfach etwas für dich zu lernen gibt.

In tiefer Liebe,

Tanja Charanpreet Freyer

 

 

Der Artikel wurde uns freundlicherweise von Tanja Charanpreet Freyer (www.yoga-freyer.de) zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank.

 

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